deen

„Drei Dinge sind an einem Gebäude zu beachten:
dass es am rechten Fleck stehe,
dass es wohlgegründet,
dass es vollkommen ausgeführt sei.“

Die Geschichte der Gerbermühle ist lang und ereignisreich. Im 14.Jahrhundert wurde auf dem malerischen Flecken Erde am linken Mainufer ein Lehngut erbaut. Damit wurde der Grundstein für eine lange und bewegte Geschichte gelegt,  die die Gerbermühle zu einem historisch bedeutsamen Teil Frankfurts gemacht hat. Im 16 Jahrhundert wurde die Getreidemühle errichtet. Im 17. Jahrhundert wurde das Gebäude als Gerberei genutzt. Diese beiden ehemaligen Funktionen des einstigen Lehnguts gaben ihm den Namen Gerbermühle, der bis heute erhalten geblieben ist.

Seine historische Bedeutung erhielt das Gebäude jedoch erst durch den Frankfurter Bankier Johann Jakob von Willemer, der die Gerbermühle im Jahre 1785 als privaten Sommersitz gepachtet und umgebaut hat. Willemer, der mit Goethe befreundet war, lud diesen erstmals im Jahre 1814 zu einem Besuch ein, bei dem Goethe die Bekanntschaft mit Marianne, der Ziehtochter Willemers, machte.

Zwischen den beiden entwickelte sich eine innige Beziehung, die Goethe zu weiteren und ausgiebigeren Besuchen der Gerbermühle animierte. Im Jahre 1815 verweilte er fast einen ganzen Monat in der Gerbermühle, wo er auch seinen 66. Geburtstag feierte.

Sowohl Marianne, als auch die pittoreske Landschaft inspirierten ihn zu seinem Gedicht „Ginkgo biloba“, dass er Marianne, die von ihrem Ziehvater Johann Jakob von Willemer inzwischen geehelicht wurde, mit Ginkgo-Blättern verziert, zukommen ließ.

Drei Lieder aus Goethes Werk „West-östlicher Diwan“ stammen aus Mariannes Feder, die der Dichter stillschweigend in seine Publikation aufnahm.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde die Gerbermühle von der Stadt Frankfurt saniert und als Ausflugslokal genutzt. Der 2. Weltkrieg verschonte leider auch die abgelegene Gastwirtschaft nicht. Bis auf die Grundmauern zerstört, wurde die Gerbermühle erst in den 70er Jahren erneut aufgebaut.

2001 erwarb Werner Kindermann die baufällige Gerbermühle. Damit war der Weg frei für eine gründliche Sanierung und zahlreiche Um- und Ausbaumaßnahmen, deren Ergebnisse sich mehr als sehen lassen können. Die Gerbermühle ist wieder da und um eine Attraktion reicher. Das kleine aber edle Hotel macht aus der ehemaligen Sommerresidenz wieder einen Ort zum Verweilen.



UMBAU

„Das Gleiche lässt uns in Ruhe, aber der Widerspruch ist es,
der uns produktiv macht.“

Wie beliebt die Gerbermühle bei den Frankfurtern ist, zeigt schon die lange Liste der unterschiedlichen Nutzungen dieses idyllischen Fleckchens Erde. Ursprünglich als Gutshof erbaut, wurde das Haus zu einer Getreidemühle umgebaut und später als Gerberei verwendet. Der Frankfurter Bankier Jakob von Willemer war von diesem Ort so angetan, dass er das Haus zu seiner privaten Sommerresidenz umbauen ließ, die selbst Goethe zum Träumen und Dichten inspirierte. Der Wiederaufbau nach dem zweiten Weltkrieg fiel eher schlicht und zweckmäßig aus. Die Gerbermühle wurde zu einem einfachen aber gemütlichen Ausflugslokal.

Der Besitzer Werner Kindermann entschloss sich zu einer grundlegenden Sanierung und Renovierung des ehrwürdigen Hauses. Alte Werte sollten mit zeitgemäßen Ansprüchen vereint werden, ohne den historischen Wert der Gerbermühle zu zerstören.

In enger Zusammenarbeit mit den beiden Pächtern Micky Rosen und Alex Urseanu entstand so das Konzept der neuen Gerbermühle. Ein Brückenschlag zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Die Architekten Müller & Jourdan  haben die schwierige Aufgabe meisterlich gelöst. Bereits vorhandene Baustile aus unterschiedlichen Epochen wurden einfallsreich weitergeführt und phantasievoll mit dem neuen Hotelteil vereint.